Familien-Krebs-Stigma?

Es gibt viele Gemeinsamkeiten in der Geschichte meiner Familie, was die Krebserkranken anbetrifft:

Mein Opa mütterlicherseits hat im Krieg sehr gelitten. Er war ein ostpreussischer Offizier – extrem auf Gehorsam trainiert. Er hat Stalingrad überlebt. Er kam wieder und das einzige, was der über deb Krieg erzählt hat, war, dass er nie wieder jemandem gehorchen will und wird. Er war das erste mal frei. 2 Monate später erkrankte er an Krebs. 1 Jahr später war er tot. Mit ca. 45 Jahren.

Tante Ille (Opas Schwester). Sie hat im Krieg wohl einiges über sich ergehen lassen müssen und hatte eine sehr harte Zeit. Dann hat sie ein paar Jahre einen reichen Russen gepflegt – er starb und vererbte ihr seine Villa an der Krummen Lanke in Berlin. Sie war reich und frei und lebenslustig. 2 Jahre später starb sie an Krebs. Mit knapp 50.

Mamis erste Krebsdiagnose kam 3 Monate nachdem ich ausgezogen war – Nachdem sie und Peter das erste mal ungebunden von der Verantwortung zu Ellen und mir waren. Ihre 4. Krebsdiagnose, die halsbrecherisch war (aus der sie quasi nicht mehr herauskam), kam 2 Tage nach der Feier der Frühpensionierung – nachdem sie mehrere Krebsdiagnosen erfolgreich bekämpft hatte – und wieder nicht richtig frei mit Peter sein konnte. Sie hat Omi noch sehr betreut und kaum war Omi tot, wurde die Krankheit schlimmer.
Sie starb einen Monat nach Einsetzen von Peters Frühpension – jetzt hätten sie zusammen endlich Zeit gehabt.

Nun ich:
Mit 8 stellte man eine Nierenerkrankung fest. Die Folge: 1 Monat Krankenhaus und das ganze Jahr über musste ich jedes Wochenende ins Krankenhaus. Dazu durfte ich ein Jahr lang nicht schwimmen. Danach wurde ich Leistungsschwimmerin. Mit 15 dann die nächste Diagnose: Epilepsie. Ich habe mich nie unterkriegen lassen. Auch nicht nach all dem anderen Mist, der mir in meinem Leben passiert ist. Ich war immer extrem fleissig und habe mich hochgearbeitet. Als ich endlich glücklich verheiratet war, 2 tolle gesunde Kinder hatte, keine Geldsorgen, gutaussehend, anerkannt – da kam der Zusammenbruch – Unterstützt von der Überdosierung eines lähmenden Antiepileptika.
Kaum hatte ich dies erfolgreich bekämpft: Da stirbt meine Mutter und bei mir wird Brustkrebs diagnostiziert. Amputation, Chemo ..Das ist gemein!

Ist das ein Famlienstigma gegen Freiheit?
Was soll ich tun?

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