Mami hat immer über mich gesagt: „Wenn sie sich nicht meldet, geht es ihr gut“

Dieser liebevoll vorgetragene Vorwurf stimmt wohl, wenn ich mir ansehe, wie wenig ich hier in den letzten Jahren geschrieben habe. Vielleicht habe ich auch fast alles gesagt. Vielleicht möchte ich auch nicht immer an Krebs denken.

Nun bedeutet dieser Text nicht, dass es mir nicht mehr gut geht. Nein, ich möchte nur kurz zusammenfassen, was ich in der letzten Zeit so gemacht habe und die Zäsur zu erklären.

Nachdem ich viele Texte bei Stern.de veröffentlicht habe, organisierte ich 2015 ein neues Shooting mit 14 Frauen, die wie ich eine beidseitige Mastektomie ohne Aufbau haben.

Das Ergebnis war toll, doch durch interne Missverständnisse und Vorwürfe habe ich mich im Anschluß daran komplett zurückgezogen. Nicht nur vom Projekt, sondern auch aus der gesamten Krebskommunikation. Ich brauchte Ruhe im Kopf. Ich habe mir dann erst mal einen Job in einem komplett anderen Bereich gesucht.

Eine neue Perspektive erreichte mich im Frühling letzten Jahres: Die Möglichkeit, für das Onlineportal leafly.de Geschichten über Patienten, die Cannabis medizinisch einsetzen, zu schreiben. Hier beispielsweise die Geschichte über Birgit, die unter Fibromyalgie leidet.
Dies füllt mich nun völlig aus.

Das sind die Gründe für meine Stille auf dieser Seite. Man kann ja nicht immer auf allen Hochzeiten tanzen.

Advertisements

Cannabis – Eigenanbau für chronisch Kranke jetzt endlich legal!

Leicht versteckt habe ich es in meinem Fototagebuch schon angedeutet: Cannabis hat mir in der Chemotherapie sehr geholfen. Wegen eines chronischen Nierenleidens und einer Epilepsie durfte ich nicht alle Mittelchen zur Bewältigung der Nebenwirkungen der Chemo nehmen. Und Chemie mit Chemie zu bekämpfen hört sich für mich auch nicht so logisch an.

Neben kleinen auf mich abgestimmte Helferchen aus der chinesischen Medizin habe ich viel gekifft. Ich teilte diese Leidenschaft sogar mit vielen Frauen, wie ich schon bei der zweiten Infusion der Chemo feststellte. Bis zu 20 Frauen in einem 30 qm Raum, die 5 Stunden an der Infusion hingen und alle die gleichen physischen und psychischen Probleme hatten: da kamen wir schnell zu Sache und Quellen wurden ausgetauscht. Nun ist es legal: Nach ärztlicher Erlaubnis dürfen wir Cannabis zuhause anbauen.

Hinter vorgehaltener Hand haben die Ärzte mich schon oft darauf aufmerksam gemacht – nicht nur gegen Schmerzen, auch zur Entspannung und Entkrampfung bei meiner Epilepsie hilft es. Ich habe auch selbst einen Fall mitbekommen, wo Haschkekse einer älteren Dame, die unter dem Restless-Legs-Sydrom leidet, halfen endlich mal wieder schlafen zu können! Vorher haben wir sie allerdings gut aufgeklärt und mit ihr den wunderbaren Film „Saving Grace“ (Grasgeflüster) – sozusagen als Aufklärung – gesehen.

Ich freue mich sehr, jetzt legal zu sein!